SCHWEDEN
Am Morgen des 13. Dezembers ist in Schweden der Tag der Lichterkönigin. Die älteste Tochter erscheint als Luziabraut in einem weißen Kleid und einem Kranz aus Breiselbeerzweigen und brennenden Kerzen auf dem Kopf. Die "Lussibrud" weckt die Familie und serviert das Frühstück ans Bett. Zum "Julfest" an Weihnachten kommt auch hier der Weihnachtsmann, aber auch Julgeiß und Julbock gehören zum Fest. Wie das opulente Menü bis zu 38 Gängen! Bei dem auch die "Julkorv", eine besondere Bratwurst, serviert wird. Sie hat so große Bedeutung, dass sich auch Königin Silvia und ihre Familie dabei selbst an den Herd stellen.
Julbier in der Julstube
Die Die Zeit der Winterstürme, die Julzeit der Germanen mit ihren heidnischen Bräuchen, prägte in Schweden die Weihnachtssitten. So ist der Julbock, ein aus Stroh geflochtener Steinbock, noch heute ein beliebtes Acessoire unterm Weihnachtsbaum.
Einer jener alten Ernte- bzw. Mittwinterbräuche, aus denen die Sehnsucht der Menschen nach der Wiederkehr der Sonne und dem Erwachen der Natur sprach, war zum Beispiel das Auslegen von Julgarben für die Vögel. Kamen viele zum Haus, um die Körner zu fressen, deutete das auf ein erfolgreiches Jahr für den Hof und die Familie hin.
Zum Julfest gab es Julbier und Julbrot, gefeiert wurde in der Julstube und geschlafen auf Julstroh. Die Julzeit dauerte bis zum 13. Januar, dem nach dem dänischen Großkönig Knut IV. benannten St.- Knuts-Tag.
Knut IV. regierte von 1080 bis 1086 in Dänemark, und galt in der Bevölkerung als fromm und besonders großzügig. In Geschichtsbüchern trägt er den Beinnahmen "der Heilige". An seinem Ehrentag, der in ganz Skandinavien das Ende der Weihnachtszeit markiert, wird noch einmal festlich getafelt und der Weihnachtsbaum vor die Tür gesetzt. Einige Bräuche aus der Julzeil sind auf dem Lande bis in die Neuzeit erhalten geblieben.
Ein weiterer Feiertag, der in den Beginn der Julzeit fällt, ist der St.-Lucia-Tag am 13. Dezember. Er ist einem jungen Mädchen - namens Lucia - gewidmet. Es soll der Sage nach einst den gefährlichen Weg übers Eis beschritten haben, um den von der Außenwelt abgeschnitten Menschen zu Essen und zu Trinken zu bringen. In der italienischen Variante lebte die Heilige Lucia zur Zeit der Christenverfolgung in Rom. Sie versorgte die in den Katakomben eingeschlossenen Gläubigen mit Wasser und Brot.
Zu Lucias Ehren kleiden die Schweden am Tag der Wintersonnenwende die älteste Tochter in ein weißes Kleid und bescheren die Familie mit heißer Schokolade und Zimtstangen.

