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Mit den spanischen Erobern kamen vor 300 Jahren auch die Weihnachtsbräuche ins Land der Inkas und Azteken. Doch ein Teil ihrer eigenen Tradition konnten die Ureinwohner den Augustinermönchen unterjubeln. So wurden die Feste um die Ankunft des Gottes Huitzilopochtli später zu Ehren von Josef und Maria gefeiert. Dazu gehören die "Psadas". Bunte Umzüge, bei denen die Herbergssuche nachgestellt wird. Dazu gibt´s Jubel, Trubel, Feuerwerk und viele Süßigkeiten. Wichtigster Bestandteil des Festes: die Pinata, ein liebevoll mit Sternen und Figuren dekoriertes Tongefäß, das mit Früchten und Süßigkeiten gefüllt und aufgehängt wird. Ein riesen Spaß für die Kinder, die mit verbundenen Augen den Topf zerschlagen dürfen und alle leckeren Bonbons essen dürfen.
Ein ungewöhnlich anmutender Weihnachtsbrauch ist das Radieschenfest in der mexikanischen Stadt Oaxaca. Das Fest findet jedes Jahr am 23. Dezember statt und erinnert an die Einführung dieser Gemüsesorte durch die spanischen Kolonialherren Mitte des 18. Jahrhunderts.
Dabei haben die mexikanischen Radieschen von heute nicht mehr viel gemein mit den kleinen roten Scharfmachern, die die Spanier einst nach Mittelamerika mitbrachten. Die mexikanischen Klone werden nahezu kartoffelgroß und bedingt durch den steinigen Untergrund, auf dem sie wachsen, nehmen sie mitunter bizarre Formen an, was offenbar die künstlerische Ader der Mexikaner anspricht. Jedes Jahr in der Adventszeit schnitzen sie aus den Radieschen Maria, Josef, Kaspar und andere Krippenfiguren. Die besten Arbeiten werden prämiert, bevor die "Nacht der Radieschen" von einem großen Feuerwerk erleuchtet wird.
Fester Bestandteil der mexikanischen Weihnachtszeit sind die "Psadas". Das sind farbenfrohe Umzüge, bei den Maria und Josefs Suche nach einer Herberge nachgestellt wird. Für die Kinder gibt es die "Pinatas", neun geschmückte Tongefäße, die nach der Messe an Schnüren von der Kirchendecke herabgelassen werden. In den Gefäßen verbergen sich Früchte und Süßigkeiten. Mit verbundenen Augen dürfen die Besucher des Gottesdienstes die Pinatas zerschlagen und - so sie Glück haben - deren Inhalt aufessen. Sie haben aber nur drei Versuche, die Pinatas mit einem Stock zu treffen. Zuerst kommen die Kinder dran, dann die Jugendlichen und zuletzt die Erwachsenen.